Stabile Seitenlage
Stabile Seitenlage
Ich begebe mich in die stabile Seitenlage. In die stabilste aller Lagen. Damit mein Körper hält und in sich fällt. Damit ich ohne Halt, mich aushalten, mich auslassen, loslassen kann. So liege ich, lasse meinen Atem durch den Körper jagen, durch die Brust, die panisch bebt. Ich spüre die zu warme Luft durch meine Nase gleiten und mit ihr den Straßenstaub. Ich weiß vom Straßenstaub. Ich weiß von dem vielen Straßenstaub, der mich einhüllt, auf dem ich liege und der sich auf mich legt. Ich weiß, dass etwas passiert ist. Ich weiß, dass ich zur Ruhe kommen muss. Dass ich meinen Körper alleine lassen muss, damit er alles an seinen Platz legen kann, was in mir aufgewühlt durch die Gegend wirbelt. Ich darf ihn jetzt nicht stören, denke ich und spüre das Blut heiß unter meiner Haut. Ich will mir vorstellen, dass ich mir nichts vorstelle und sehe doch meine Organe, wie sie wummern und beben. Ich weiß, dass etwas passiert ist. Etwas Neues.
Text: Magda Hassan